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Ostwestfalen – Die im Nordosten Nordrhein-Westfalens gelegene Region hat nicht den Ruf die aufgeweckteste und gastfreundlichste Deutschlands zu sein. Trotzdem gibt es hier Schätze zu entdecken, die nicht nur aus dem Bahnfenster heraus einen Blick wert sind. Obwohl die Region keinen eigenen Akzent hat, kommt man als “Ausländer” nicht all zu selten in sprachliche Bedrängnis, denn das verschlossene Völkchen beschloss vor vielen Jahren sich sprachlich abzugrenzen, indem es Wörter für die Dinge erfand, deren Namen nicht die Gemütlichkeit der ostwestfälischen Kultur besaßen. Aber es gibt durchaus Sehenswertes in dieser vermeintlichen Einöde. Als Metropole der Region gilt das ostwestfälische Bielefeld, welches gegen die Behauptung verschiedener Verschwörungstheorien tatsächlich existiert und siehe da, die Region erscheint plötzlich gar nicht mehr so grau und farblos zu sein. Bielefeld bietet neben seinem Wahrzeichen, der Sparrenburg über der Stadt, eine Reihe verschiedener Sehenswürdigkeiten und kultureller Veranstaltungen. So zum Beispiel das Bauernhausmuseum oder die Kunsthalle mit den wechselnden Ausstellungen welche regelmäßig Kunstgrößen aus aller Welt anlocken, vor kurzem beispielsweise Lennon-Witwe und Künstlerin Yoko Ono. Neben den tollen Bauwerken der Altstadt, bieten das kürzlich renovierte Stadttheater und das Theater am Alten Markt oftmals imposante und innovative Stücke, die ich auch überregional gute Kritiken erhalten. In Detmold, gut ersichtlich auf dem Teutberg gelegen, gibt es das Hermannsdenkmal zu bestaunen, welches an den Cheruskerfürsten Arminius erinnert, der die berühmte Schlacht gegen die römischen Legionen im Teutoburger Wald gewann. In Minden wartet der Große Weserbogen mit einem wunderschönen Park und der Möglichkeit Fährenrundfahrten zu genießen. Vielleicht überlegen Sie also bei der nächsten Bahnreise doch einmal einen Halt in der Region einzulegen.
Jetzt, wenn langsam die ersten Sonnenstrahlen wärmend auf dem nur T- shirt bedeckten Arm landen und uns ein lächeln ins Gesicht zaubern wächst die Vorfreude auf den Sommer, die duftenden Wiesen und kleine Wochenendausflüge ins Grüne. Dann heißt es raus aus der Großstadt und… Aber halt! Im Nachbarort war man schon sooft und überhaupt erscheinen uns immer nur die üblichen Alternativen für einen Wochenendausflug.
Gerade wenn Sie aus der Hauptstadt kommen, planen Sie doch einmal eine Reise in die Uckermark oder besuchen Sie den Naturpark Stechlin-Ruppiner-Land. Neben Spaziergängen oder einer Wanderung um den großen Stechlinsee, bietet die Region auch malerische Hintergründe für Hobbyfotografen und viele kleine romantische Pensionen, die zudem noch preisgünstige Übernachtungsmöglichkeiten bieten. Auch wenn es in der Region nicht viele architektonische Sehenswürdigkeiten zu besichtigen gibt, entschädigt die entspannende Atmosphäre und Ruhe, die die Region ausstrahlt. Hier kann man Natur wirklich in ihrer wilden Form genießen und einfach ausspannen. Schon Fontane wusste schon um die Schönheiten der unberührten Natur, weshalb der See auch unter dem Namen “Fontanesee” bekannt ist, im heutigen “Fontanehaus” kann man jedoch eher ein kühles Bier genießen, als literarische Genüsse. Rund fünfzig Prozent der Kreisfläche der Uckermark stehen unter einem besonderen Naturschutz, Naturliebhaber werden sich auch an der Vielfalt der verschiedenen Seentypen in der Region erfreuen können, denn hier sind selbst einige Moorarten zu finden. Die Uckermark ist eine der wenigen Landschaften die ihre ursprüngliche Natur erhalten konnte und nachhaltig zu nutzen weiß. Dies sollten auch alle Besucher zu schätzen wissen und ihren Teil dazu leisten die Natur auch so zu erhalten.
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Berlin ist nicht nur die größte Stadt Deutschlands, sondern auch die mit dem meisten Flair. Die Nachteile Berlins lernt man eigentlich nur kennen, wenn man sich hier länger als drei Tage aufhält. Deswegen mein Vorschlag: Ein Wochenendurlaub in Berlin!
Natürlich wird man nur an der Oberfläche kratzen, genug Unterhaltung für einen aufregenden Trip bietet die deutsche Hauptstadt aber allemal. Die Shoppingsüchtigen werden sich auf dem Kudamm oder im relativ neuen Alexa Berlin wie zuhause fühlen. Für Kulturinteressierte bieten drei Opernhäuser und unzählige Theaterprogramme genug Stoff für drei Jahre, die drei Tage wird man zur Not auch gefüllt bekommen.
Die Berliner Parks sind wunderschön und bieten sich an für ausgedehnte Spaziergänge. Freizeitangebote sind ebenfalls zahlreich gesäht. Ob die historischen Schauplätze von Jugendkultur SEZ Berlin und FEZ im ehemaligen Ostteil der Stadt, oder Bars im Kreuzberger Nachtleben – in Berlin lässt sich so viel erleben, dass man vor dem Wochenendurlaub am Besten einen Tag Planung einlegt.
Wer sich von derAnreise nicht abschrecken lässt, der wird eine Hauptstadt vorfinden, die sich in den letzten zehn Jahren eindeutig positiv gewandelt hat. Wir sehen uns in Berlin!
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So einheitlich unser Land auch scheint, wenn man sich andere Kulturen ansieht, gibt es dennoch viele Unterschiede im Begehen von Festen. Ostern ist ein tolles Beispiel für die Verschiedenheit unserer Bräuche und Traditionen. Wer war als Kind nicht begeistert von den Osterfeuern, die es am Ostersonntag in ganz Deutschland zu finden gilt, in den südlicheren Teilen der Bundesrepublik heißen sie traditionsgemäß im übrigen Jaurusfeuer oder Judasfeuer. Doch diese Tradition hat sich nicht überall in Deutschland durchgesetzt im Osten und Südosten Deutschlands beispielsweise ist diese Tradition weitgehend unbekannt.
In wieder anderen Teilen Deutschlands haben sich andere Bräuche etabliert. In kleinen Dörfern Ostwestfalens entzündet man so genannte Osterräder, das sind große Heuballen, die angezündet und einen Berg hinuntergerollt werden. Dieser Brauch ist ebenfalls sehr alt und erinnert seit langem an eine kreisende Sonne, da man früher an die Sonne als am Himmel kreisenden Kriegsgott glaubte, dem damit gehuldigt werden sollte.In ganz Deutschland, dafür aber in kaum einem anderen Land kennt man natürlich den Osterhasen, der am Ostersonntag Geschenke und Eier versteckt. Dieser uralte Brauch symbolisiert Leben (Ei) und Fruchtbarkeit (Hase), diese ursprünglich heidnischen Symbolen läuten heute nach christlicher Symbolik den Frühling und die neue, reiche Zeit nach vorangegangener Fastenzeit ein. Das Osterfest wird heute als Frühlingsfest verstanden und ist eine Mischung aus alt heidnischer,christlicher und neu-entstandener, moderner Symbolik. Die Henne oder das Küken beispielsweise, die uns aus den Osterkörbchen entgegenlächeln sind aus der Not entstanden kommerziell erfolgreicher vermarkten zu können, wobei der Zusammenhang zwischen Ei und Huhn natürlich nicht abgestritten werden kann. Ostern ist bis heute ein traditionsreiches Fest in einer heutigen multikulturellen Gesellschaft verliert die Tradition jedoch schnell an Bedeutung und die Tragweite der Vermarktung von Hase, Ei und Küken nehmen zu. [...mehr]
Warum nicht einmal wieder Urlaub in Deutschland machen? Oftmals fehlen die Ideen den Urlaub interessant zu gestalten. Die meisten Familien möchten im Urlaub kleine Abenteuer erleben und neue Dinge kennenlernen, hier scheint ein Urlaub in Deutschland nicht selten sofort abgehakt. Doch gibt es einige Möglichkeiten auch den Urlaub im Heimatland interessant für die ganze Familie zu gestalten und das sogar für den kleinen Geldbeutel. Eine Alternative zum herkömmlichen Hotel- oder Strandurlaub bietet das Chartern eines Hausboots. Das Hausboot vereint die Flexibilität eines Campingurlaubs mit dem Komfort eines kleinen Hotelzimmers. Auch wenn die Führung eines Schiffes zunächst respekteinflößend erscheint, wird sich doch schon bald herausstellen, dass die Handhabung sich als vergleichsweise einfach darstellt. Es ist kein Bootsschein von Nöten, alles Reisenden werden lediglich durch einen Verantwortlichen des Hausboot-Veranstalters eingewiesen und die Führung des Hausboots wird erklärt. Auch der Wasser- und der Treibstofftank werden aufgefüllt übergeben, so dass 14tägige Reisen ohne ein erneutes Auffüllen der Tanks auskommen. Hausboote kann man in verschiedenen Größen mieten, die bekanntesten Yachtcharter für Reisen durch die Mecklenburgische Seenplatte sind “Yachtcharter Römer” und “Yachtcharter Schulz” mir ihnen kann auch im Vorfeld die genaue Route geplant werden. Diese genaue Planung bietet sich an, da vor allem die Öffnungszeiten der vielen Schleusen in Mecklenburg-Vorpommern berücksichtigt werden müssen.
Eine Beispielroute wäre : Lübz – Parchim – Schwerin (Schweriner See) – Parchim – Plau am See (über den Plauer See) – Lübz.Natürlich kann man in einem solchen Urlaub nicht nur die Schönheiten der Natur auf der Reise bewundern, man lernt auch die zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Etappenziele kennen, allein Schwerin bietet eine Vielzahl imposanter Bauwerke wie das Schweriner Theater oder das Schloss, auch die Orangerie ist immer einen Besuch wert.
Eine Reise mit dem Hausboot bietet unendlich viele Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung und ist besonders für Familienurlaube geeignet, Kinder werden sich freuen Teil der “Schiffscrew” sein zu dürfen und Erwachsene können noch einmal ganz Kind sein. [...mehr]
Essen, Bochum, Dortmund, Oberhausen, Hagen, Duisburg, Mühlheim, Hattingen…wer das Ruhrgebiet nicht kennt, sollte auch nicht darüber reden. Ja – es gibt sie, die hässlichen Bausünden aus der betonlastigen Vergangenheit. Nein – die Luft ist nicht verdreckt durch die ganzen Kohlebergwerke, seit den 50ern kommen die Bergwerke immer mehr zum Stillstand, aktuell gibt es nur noch 6 aktive Zechen.
Mit über 5 Millionen Bewohnern ist die „Ruhrstadt“ durchaus eine Konkurrenz für die Hauptstadt Berlin. Sie hat sich zum Beispiel erfolgreich für den Titel der Kulturhauptstadt Europas 2010 beworben. Es wird bewusst mit dem Charme der Industrie gespielt: Einige Zechen wurden in Kulturzentren umgebaut und es gibt die Route der Industriekultur. Die bietet nicht nur Wander- und Fahrradwege entlang des Ruhrgebiets, sondern auch zahlreiche Events: Von Nachtlichtführungen, über in Kunstparks umgebaute Industriegelände, bis hin zu Steigerführungen mit Püttgeschichten, Bier und Wein.

Man muss sich auf den speziellen Charme des größten Ballungsraums in Deutschland einlassen – es ist mit Sicherheit die einzige Gegend, wo man „unter Tage“ sagt, wenn man meint, dass man sich unter der Erde befindet. Insider lieben jedoch ihren „Ruhrpott“ und wer mag, kann auch gleich Fanartikel davon kaufen.
Die Musikwelt hat schon einiges an Ohrwürmern über das Ruhrgebiet geschrieben. Grönemeyer verewigte es mit „Bochum“ und auch Wolfgang Petry kommt von der Droge Ruhrgebiet nicht mehr los. Marius Müller Westernhagen singt wohlwissend vom „Revier“:
„Ich rieche den Dreck, ich atme tief ein und dann bin ich mir sicher wieder zu Hause zu sein“.
Da bleibt einem nicht mehr viel hinzuzufügen. Tja, dat warn se auch schon, die Dönekes über den Pott… [...mehr]
Hotels gibt es in Großstädten wie München, Köln, Hamburg oder Berlin wie Sand am Meer. Sich aber aus der breiten Masse heraus zu kristallisieren und abzuheben ist eine ernst zu nehmende Aufgabe für Hotelmanager geworden. Die meisten von ihnen greifen auf das moderate Mittel der Produkterweiterung zurück.
Konkret bedeutet dies, dass vor allem der Service und das Angebot in den Hotels deutlich erweitert werden. Den Gästen werden Unterhaltungsshows, Veranstaltung, Wellness- und Sportmöglichkeiten angeboten. Umso mehr dem Gast zu Verfügung steht, desto attraktiver gestaltet sich sein Aufenthalt. Die Rückkehr des Gastes ist dann außerdem wahrscheinlicher.
Ein anderes probates Mittel ist der optische Reiz für den Gast. Entweder wird der Gast dank der Architektur oder dank des Interieurs für den Aufenthalt gewonnen. In den neuartigen Designhotels sind zeitgenössische Künstler am Werk, die individuelle Zimmer gestalten, die Empfangshallen zur Erlebniswelt umfunktionieren, das Hotel mit einzigartigem Mobiliar ausstatten und ganz neue Entwürfe in den Bau integrieren. Umso namhafter der schaffende Künstler, desto größer die Resonanz der Gäste.
Eines dieser Designhotels ist das Quentin Design Hotel in Berlin. Dank der aufwendigen und teils luxuriösen Innenausstattung genießt es bei den Gästen ein besonders hohes Ansehen. Egal ob Mobiliar, Geschirr, Bilder oder Accessoires – alles besitzt sein einzigartiges Design und versprüht einen Hauch von Luxus. Zudem besitzt das Hotel den Vorteil, dass die Sehenswürdigkeiten Berlins relativ leicht zu erreichen sind, womit die Attraktivität weiter gesteigert wird.
Das Fest der Liebe steht drohend vor der Tür; allmählich wird’s knapp, um noch Weihnachtspläne zu machen. Zu knapp für mich? Bestimmt nicht. Immerhin halte ich den Weltrekord im “In letzter Minute bei A absagen und mit B feiern gehen”. Botaniker würden mich als treulose Tomate bezeichnen, ich selbst nenne dieses Verhalten flexibel. Habe mich dementsprechend gestern Abend endlich entschieden, wohin’s über Weihnachten und Sylvester gehen soll: In den Schwarzwald. Wer mit dieser Region bloß die merkwürdigen Uhren assoziiert, ist zu bedauern – immerhin verbrachte hier schon in den Zwanzigern des vergangenen Jahrhunderts Ernest Hemingway seinen Angelurlaub, wenn ihn die Schriftstellerexistenz in Paris allzu sehr stresste. Danach legte der Schwarzwald sich freilich ein biedermeierliches Image zu, das er bis heute nicht mehr ganz los geworden ist. Das ist einerseits ein wenig peinlich, wenn man coolen Bekannten erklären möchte, wo man den Jahreswechsel begeht. Andererseits wirkt es sich auf die Preise aus – wie ich aus persönlicher Erfahrung zu berichten weiß, sind schnieke Ferienhäuser für ein oder zwei Wochen zu durchaus erschwinglichen Preisen (wir zahlen 2.500) zu bekommen – die meisten Immobilien haben fünf und mehr (Doppel-)Schlafzimmer. Das Schöne an Weihnachten im Schwarzwald ist, dass man die Playstation eigentlich zuhause lassen kann: Es liegt fast immer Schnee. Weniger schön ist das permanente Glatteis auf nicht-gestreuten Höhenstraßen; da können Autos über Nacht auch mal über den Parkplatz rutschen. Dass das die Ausnahme ist, interessiert einen nicht, wenn der eigene Corsa einen fetten Kratzer davon trägt. Ein weiterer – und: der ausschlaggebende – Vorteil daran, Weihnachten im Schwarzwald zu verbringen, ist für Weihnachtsverachter wie mich der Umstand, dass der ganze Feiertagsstress außen vor bleibt. Auf den Hütten gibt’s keinen Weihnachtskitsch, hier muss noch Holz gehackt werden. Zum Glück. Geschickterweise sollte man sich, auch wenn man misanthropische Züge hat, ein paar Freunde mitnehmen; wenn sie allzu sehr nerven, kann man ihnen ja Schnee ins Bett kippen. Übrigens lässt sich im Schwarzwald auch gut, Schneeschuwandern, Ski fahren; Snowboard ebenfalls. Wobei ich eher zu halsbrecherischen Schlittenfahrten zu dritt neige … [...mehr]
Es muss ja nicht immer das Mittelmeer sein. Zumal man von Quallen, die einen im mediterranen Raum zu belästigen pflegten, längst auch in Nordirland genervt werden kann. Was also liegt näher, als ein Urlaub auf dem Land? Der ist meistens preiswerter, unkomplizierter und umweltverträglicher als ein Strandurlaub auf der Copacabana.
Till Backhaus, Agrarminister in Mecklenburg-Vorpommern, sieht in dem touristischen Mauerblümchen “Landurlaub” jedenfalls großes Wachstumspotenzial: Rund 2 Millionen Landurlauber konnte das norddeutsche Bundesland im vergangenen Jahr beherbergen; besonders in Bauernhäusern und Gutshof-Hotels sorgte das für zusätzliche Arbeitsplätze.
Der Urlaub auf dem Land macht bislang nur etwa 10% aller touristischen Übernachtungen im Nordosten der Bundesrepublik aus. Tourismus-Experten gehen aber davon aus, dass die Tendenz zum Landurlaub steigen wird.
Immer mehr Deutsche machen Urlaub im Inland. Auch die Städte profitieren: So verzeichnet beispielsweise Berlin dieses Jahr rund 132 Millionen Besucher. Von den fiesen Quallen ist hier jedenfalls noch nichts zu sehen.
Das Jazzfest in Berlin, seit 40 Jahren eines der wichtigsten Jazzfestivals Europas, hatte in den letzten Jahren einen schweren Stand: Drei künstlerische Leiter zwischen 2001 und 2003 waren ein deutliches Symptom für den unterschwelligen Konflikt um die inhaltliche Ausrichtung. Bislang hat die Qualität der Festivals nicht allzu sehr gelitten, noch immer sind die Jazzfeste eine der obligatorischen Hörens-Würdigkeiten eines Berlin-Besuchs im November.
Aber tatsächlich sind die Beteiligten sich uneins, wohin es gehen soll: Mehr US-Jazz, wie zu Zeiten des Initiators Joachim-Ernst Berendt, der für das Jazzfest von 1964-70 verantwortlich zeichnete? Oder Jazz als Weltmusik, als Folklore der Unangepassten, wie es sein Nachfolger George Gruntz bis in die Neunziger propagierte? Albert Mangelsdorff wiederum, künstlerischer Leiter von 1990 bis 2000, verstärkte die europäischen Einflüsse, nicht ohne dafür heftige Kritik zu kassieren.
Danach gaben sich die Verantwortlichen die Klinke in die Hand; richtig geschadet hat es nicht, aber nach musikalischer Innovation suchte man vergeblich.
Peter Schulze ist seit 2003 im Amt; für das Jazzfest Berlin 2007 (31.10 – 4.11) hat er schwerpunktmäßig die Rehabilitation der vernachlässigten “miscellaneous instruments” angekündigt. Daneben hat die Kombo El Gusto, besetzt mit muslimischen und jüdischen Musikanten, ihre Wiedervereinigung angekündigt. Auch Ray Anderson und Michael Moore werden spielen.
“Es gibt Länder, in denen zu viel über Kunst nachgedacht wird, Deutschland zum Beispiel.”, hat Keith Jarrett jüngst gesagt. Treffend. Vielleicht sollten Jazzfest-Besucher sich den Satz zur Maxime machen. Zuhören allein ist doch auch nicht schlecht. Also, wer auf Saxophon und Co steht, sollte am Wochenende nach Berlin kommen. [...mehr]












