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Autor: Mark

Design Hotel © flickr / wili_hybrid

Hotels gibt es in Großstädten wie München, Köln, Hamburg oder Berlin wie Sand am Meer. Sich aber aus der breiten Masse heraus zu kristallisieren und abzuheben ist eine ernst zu nehmende Aufgabe für Hotelmanager geworden. Die meisten von ihnen greifen auf das moderate Mittel der Produkterweiterung zurück.

Konkret bedeutet dies, dass vor allem der Service und das Angebot in den Hotels deutlich erweitert werden. Den Gästen werden Unterhaltungsshows, Veranstaltung, Wellness- und Sportmöglichkeiten angeboten. Umso mehr dem Gast zu Verfügung steht, desto attraktiver gestaltet sich sein Aufenthalt. Die Rückkehr des Gastes ist dann außerdem wahrscheinlicher.

Ein anderes probates Mittel ist der optische Reiz für den Gast. Entweder wird der Gast dank der Architektur oder dank des Interieurs für den Aufenthalt gewonnen. In den neuartigen Designhotels sind zeitgenössische Künstler am Werk, die individuelle Zimmer gestalten, die Empfangshallen zur Erlebniswelt umfunktionieren, das Hotel mit einzigartigem Mobiliar ausstatten und ganz neue Entwürfe in den Bau integrieren. Umso namhafter der schaffende Künstler, desto größer die Resonanz der Gäste.

Eines dieser Designhotels ist das Quentin Design Hotel in Berlin. Dank der aufwendigen und teils luxuriösen Innenausstattung genießt es bei den Gästen ein besonders hohes Ansehen. Egal ob Mobiliar, Geschirr, Bilder oder Accessoires – alles besitzt sein einzigartiges Design und versprüht einen Hauch von Luxus. Zudem besitzt das Hotel den Vorteil, dass die Sehenswürdigkeiten Berlins relativ leicht zu erreichen sind, womit die Attraktivität weiter gesteigert wird.




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Autor: Christophe

Schwarzwald im Schnee © flickr / yichuanshen

Das Fest der Liebe steht drohend vor der Tür; allmählich wird’s knapp, um noch Weihnachtspläne zu machen. Zu knapp für mich? Bestimmt nicht. Immerhin halte ich den Weltrekord im “In letzter Minute bei A absagen und mit B feiern gehen”. Botaniker würden mich als treulose Tomate bezeichnen, ich selbst nenne dieses Verhalten flexibel. Habe mich dementsprechend gestern Abend endlich entschieden, wohin’s über Weihnachten und Sylvester gehen soll: In den Schwarzwald. Wer mit dieser Region bloß die merkwürdigen Uhren assoziiert, ist zu bedauern – immerhin verbrachte hier schon in den Zwanzigern des vergangenen Jahrhunderts Ernest Hemingway seinen Angelurlaub, wenn ihn die Schriftstellerexistenz in Paris allzu sehr stresste. Danach legte der Schwarzwald sich freilich ein biedermeierliches Image zu, das er bis heute nicht mehr ganz los geworden ist. Das ist einerseits ein wenig peinlich, wenn man coolen Bekannten erklären möchte, wo man den Jahreswechsel begeht. Andererseits wirkt es sich auf die Preise aus – wie ich aus persönlicher Erfahrung zu berichten weiß, sind schnieke Ferienhäuser für ein oder zwei Wochen zu durchaus erschwinglichen Preisen (wir zahlen 2.500) zu bekommen – die meisten Immobilien haben fünf und mehr (Doppel-)Schlafzimmer. Das Schöne an Weihnachten im Schwarzwald ist, dass man die Playstation eigentlich zuhause lassen kann: Es liegt fast immer Schnee. Weniger schön ist das permanente Glatteis auf nicht-gestreuten Höhenstraßen; da können Autos über Nacht auch mal über den Parkplatz rutschen. Dass das die Ausnahme ist, interessiert einen nicht, wenn der eigene Corsa einen fetten Kratzer davon trägt. Ein weiterer – und: der ausschlaggebende – Vorteil daran, Weihnachten im Schwarzwald zu verbringen, ist für Weihnachtsverachter wie mich der Umstand, dass der ganze Feiertagsstress außen vor bleibt. Auf den Hütten gibt’s keinen Weihnachtskitsch, hier muss noch Holz gehackt werden. Zum Glück. Geschickterweise sollte man sich, auch wenn man misanthropische Züge hat, ein paar Freunde mitnehmen; wenn sie allzu sehr nerven, kann man ihnen ja Schnee ins Bett kippen. Übrigens lässt sich im Schwarzwald auch gut, Schneeschuwandern, Ski fahren; Snowboard ebenfalls. Wobei ich eher zu halsbrecherischen Schlittenfahrten zu dritt neige …    [...mehr]



Autor: Christophe

Es muss ja nicht immer das Mittelmeer sein. Zumal man von Quallen, die einen im mediterranen Raum zu belästigen pflegten, längst auch in Nordirland genervt werden kann. Was also liegt näher, als ein Urlaub auf dem Land? Der ist meistens preiswerter, unkomplizierter und umweltverträglicher als ein Strandurlaub auf der Copacabana.

Till Backhaus, Agrarminister in Mecklenburg-Vorpommern, sieht in dem touristischen Mauerblümchen “Landurlaub” jedenfalls großes Wachstumspotenzial: Rund 2 Millionen Landurlauber konnte das norddeutsche Bundesland im vergangenen Jahr beherbergen; besonders in Bauernhäusern und Gutshof-Hotels sorgte das für zusätzliche Arbeitsplätze.

Der Urlaub auf dem Land macht bislang nur etwa 10% aller touristischen Übernachtungen im Nordosten der Bundesrepublik aus. Tourismus-Experten gehen aber davon aus, dass die Tendenz zum Landurlaub steigen wird.

Immer mehr Deutsche machen Urlaub im Inland. Auch die Städte profitieren: So verzeichnet beispielsweise Berlin dieses Jahr rund 132 Millionen Besucher. Von den fiesen Quallen ist hier jedenfalls noch nichts zu sehen.

Mecklenburg-Vorpommern Anlegestelle © flickr / ceiling

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Autor: Christophe

Das Jazzfest in Berlin, seit 40 Jahren eines der wichtigsten Jazzfestivals Europas, hatte in den letzten Jahren einen schweren Stand: Drei künstlerische Leiter zwischen 2001 und 2003 waren ein deutliches Symptom für den unterschwelligen Konflikt um die inhaltliche Ausrichtung. Bislang hat die Qualität der Festivals nicht allzu sehr gelitten, noch immer sind die Jazzfeste eine der obligatorischen Hörens-Würdigkeiten eines Berlin-Besuchs im November.

Das Jazzfest Berlin, eines der wichtigsten Musikfestivals Europas

Aber tatsächlich sind die Beteiligten sich uneins, wohin es gehen soll: Mehr US-Jazz, wie zu Zeiten des Initiators Joachim-Ernst Berendt, der für das Jazzfest von 1964-70 verantwortlich zeichnete? Oder Jazz als Weltmusik, als Folklore der Unangepassten, wie es sein Nachfolger George Gruntz bis in die Neunziger propagierte? Albert Mangelsdorff wiederum, künstlerischer Leiter von 1990 bis 2000, verstärkte die europäischen Einflüsse, nicht ohne dafür heftige Kritik zu kassieren.

Danach gaben sich die Verantwortlichen die Klinke in die Hand; richtig geschadet hat es nicht, aber nach musikalischer Innovation suchte man vergeblich.

Peter Schulze ist seit 2003 im Amt; für das Jazzfest Berlin 2007 (31.10 – 4.11) hat er schwerpunktmäßig die Rehabilitation der vernachlässigten “miscellaneous instruments” angekündigt. Daneben hat die Kombo El Gusto, besetzt mit muslimischen und jüdischen Musikanten, ihre Wiedervereinigung angekündigt. Auch Ray Anderson und Michael Moore werden spielen.

“Es gibt Länder, in denen zu viel über Kunst nachgedacht wird, Deutschland zum Beispiel.”, hat Keith Jarrett jüngst gesagt. Treffend. Vielleicht sollten Jazzfest-Besucher sich den Satz zur Maxime machen. Zuhören allein ist doch auch nicht schlecht. Also, wer auf Saxophon und Co steht, sollte am Wochenende nach Berlin kommen.    [...mehr]



Autor: Christophe

Das Hotel Adlon in Berlin feiert hundertjährigen Geburtstag. Eigentlich ein Ereignis, das nicht allzu viele Menschen betrifft. Aber in diesem Fall war es den Berliner Zeitungen einige Schlagzeilen wert, und sogar das U-Bahn-Fernsehen in den Eingeweiden der Hauptstadt erwähnte stolz den Jubilar. Vielleicht passt das legendäre Grand Hôtel einfach gut zur momentanen Aufschwungs-Euphorie und den deutschen Nobelpreisen. Vielleicht drückt sich in dem seltsamen, kollektiven Stolz auf ein Luxushotel das Bedürfnis nach gemeinsamer Geschichte aus.

Doch die Entdeckung des Adlon als deutsches Kulturgut fand durchaus nicht erst 2007 statt. Schon bei der ersten Gründung im Jahr 1907 berauschte Berlin sich an der Eröffnung des ersten Grand Hotels auf deutschem Boden: „Während des gestrigen Tages hatten Kaiser, Kaiserin, Prinzessinnen und Prinzen den prächtigen Hotelbau besichtigt und Herrn Adlon ihre Anerkennung des hier Geschaffenen in ehrendster Weise ausgesprochen.“, jubelte die „Vossische Zeitung“.

Das Adlon - deutsches Gemeingut?

In den folgenden Jahrzehnten erlebte das Haus seine Blütezeit. Berühmte Namen wie Thomas Mann, Bertold Brecht, Charlie Chaplin, Albert Einstein, Henry Ford und Marlene Dietrich verliehen dem Gästebuch die Exklusivität, nach der man sich so lange gesehnt hatte – endlich hatte die Berliner High-Society einen Ort, einen Tempel, worin die Reichen und Prominenten sich dem schaulustigen Volk opfern konnten. In den 20ern, als Berlin die Kunsthauptstadt Europas war, war das “Hotel Adlon Kempinksi” deren Herz.

Mit den Nationalsozialisten sank der Stern des internationalen, elitären Etablissements; für amüsante Anekdoten sorgte jetzt statt Künstlern und Filmschaffenden der Reichsjugendführer. Der Glamour war dahin. Zwei Tage vor Kriegsende brannte das Hotel unter ungeklärten Umständen bis auf ein Seitengebäude ab.

Die DDR hatte wenig übrig für Luxushotels, sie machte aus dem ehemaligen Adlon kurzerhand ein Lehrlingsinternat.

Erst nach dem Fall der Mauer wurde das Hotel Adlon wieder aufgebaut. 1997 durfte Bundespräsident Roman Herzog den Neubau eröffnen. Ein Gemeinplatz deutscher (Gastronomie-)Kultur wurde wiedereröffnet, jetzt feiert das Adlon seinen hundertsten Geburtstag. Dass es insgesamt nicht mal ein halbes Jahrhundert betrieben worden ist, zählt da wenig – ein Mythos schert sich nicht um Zahlen.    [...mehr]



Autor: Christoph

“Fremdenverkehr“, wusste der französische Komödiant Jacques Tati, „besteht hauptsächlich darin, dass die Touristen die Einheimischen fotografieren und die Einheimischen die Touristen.”

Sollte er recht haben, müssen Fotoarchive auf der ganzen Welt aus allen Nähten platzen: Jede Schublade, jeder Schuhkarton, sämtliche Ablage-, Papier- und Wäschekörbe, Toaster, Briefkästen und Vogelhäuschen, Büstenhalter, Bücherborde und Backöfen müssten schier überquellen von Schnappschüssen deutscher Touristen – die Deutschen sind, auch im Jahr 2007, wieder Reiseweltmeister.

Die meisten Urlauberfotos können sich unsere europäischen Nachbarn ins Album kleben: Helga, Hans und Horst verbringen ihre Ferien am Liebsten in Österreich, Spanien, Italien oder Frankreich.

Die Ferne reizt weniger – die Türkei und Ägypten, Aufsteiger der letzten Jahre, haben mit empfindlichen Einbrüchen zu kämpfen. Außerdem, so geht aus einer Studie im Auftrag der Dresdner Bank hervor, scheinen deutsche Urlauber islamische Länder dieses Jahr zu meiden. Der Trend geht auf (vermeintlich) sicherere, nähere Ziele. Aber dass Urlaub gemacht werden muss, steht auch im Jahr fünf nach den Hartz-Reformen außer Frage.

Wir sind nur zu gerne bereit, einiges in unseren Urlaub zu investieren – das Reiseetat der Deutschen ist um 3,5% gestiegen und steht mit gut 60,5 Milliarden Euro pro Jahr an der Weltspitze.

Dass wir mal Touristen knipsen, ist weniger häufig, aber für ein paar Filme reicht’s: 25,7 Mrd. Euro verdient Deutschland 2007 am touristischen Glücksspiel. Es wäre wohl an der Zeit, Omas alte Fototapete zu neuen Ehren zu bringen …

Badelatschen

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