» Karibik


Autor: Julia

Es ist Januar. Ein grauer, matschiger, elendiger Monat ist das, den wir gerne und undankbar abschütteln, wenn der Februar naht und mit ihm der Frühling ein wenig näher…

Insel

… das ist die Zeit, in der nicht wenige sich hinfort wünschen und träumen. Südseeinseln,Pudersandstrand und Meeresrauschen, während wir Cocktails siffelnd im Bikini uns im Sand räkeln und unser Körper sonnengeölt vor sich hin brutzelt. Jaja, die Tagträume.
Wir wollen raus aus dem farblosen Deutschland, welches uns im Januar wie eine endlose Durststrecke erscheint.    [...mehr]



Autor: Julia

Die Kreuzfahrt war immer etwas besonderes, etwas, das man zu seiner Goldenen Hochzeit mal angedacht hat. Kreuzfahrten - der Klang dieses Wortes hat schon so einen altbackenen Nachgeschmack, liegt schwer auf der Zunge und erinnert mich an ein staubiges, altes Sofa.

Die Fahrt auf einem Luxusdampfer ist sehr viel erschwinglicher geworden © Pixelio/x-ray-andi

Aber genau dieses alte Sofa ist jetzt ganz stark im Kommen, denn schon länger werden die berühmten Schiffsreisen jetzt auch für junge, nicht so schwerreiche, Leute erschwinglich und somit auch wieder richtig interessant.
Denn mal ehrlich: Die Reise auf dem Schiff an sich kann ja nicht so altmodisch sein, oder? Es ist doch wohl mehr das, was wir mit dem Wort ,,Kreuzfahrt” verbinden, welche Assoziationen es in unseren Köpfen auslöst.    [...mehr]



Autor: Susanne

Pura Vida - Das pure Leben, so wird man in der „Schweiz Mittelamerikas“ begrüßt.

Costa Rica ist gerade einmal so groß wie Niedersachsen und doch bietet es durch seine einmalige Lage zwischen pazifischem und atlantischem Ozean eine Natur- und Pflanzenvielfalt, wie sie nur wenige andere Länder aufweisen.
Ein ganzes Viertel der Fläche der fünf Provinzen Costa Ricas ist als Nationalpark geschützt. Es kann also durchaus passieren, dass man beim typisch costaricanischen Frühstück (Mittag- und Abendessen) „Gallo Pinto“, einem Gemisch aus Reis, Bohnen und lokalen Spezialitäten, zum Beispiel frittierten Kochbananen, die Anwesenheit kleiner Äffchen genießen kann, während man den Stimmen der einzigartigen Vogelwelt lauscht.

Eichhörnchen-Affe © mongabay.com

Beeindruckend ist vor allem das Sozialsystem: Die staatliche Schulbildung mit einem erstaunlich hohen Standard für diese Region ist für jedes Kind gesichert und da Costa Rica das einzige Land der Welt ohne eine Armee ist, kann dieser Standard finanziell auch langfristig gesichert werden.

Für einen Besuch Costa Ricas bieten sich vor allem Rundreisen an, denn nicht nur die wunderschönen wilden Karibikstrände und paradiesisch weißen Sandstrände auf der Pazifikseite, die sich die Wellenreiter erobert haben, laden zu einem Besuch ein. San José, die Hauptstadt im Herzen Costa Ricas, auf der zentralen Hochebene gelegen, bietet neben lateinamerikanischem Charme viele Attraktionen und Freizeitmöglichkeiten.

Wer es lieber ruhig mag und Natur hautnah erleben möchte, für den liefern die Nationalparks eine sehenswerte Alternative. Besonders interessant sind der Vulkan Poás, dessen schwefeligen Kratersee man aus nächster Nähe beobachten kann oder auch die „Aerial Tram“-Hochseilbahn, die einem atemberaubende Blicke in den unberührten Regenwald bietet. Spannend auf einer Rundreise ist auch der frappante Klimawechsel, zwischen den feuchten und gemäßigten Hochebenen und den schwül-heißen Küstenregionen.

Auf gar keinen Fall missen sollte man einen Besuch Puerto Limóns, Costa Ricas „zweiter Hauptstadt“ an der Atlantikküste. Vor den Ufern der Hafenstadt befindet sich auch Costa Ricas einzige Insel, die Isla Uvita, auf der einst Christoph Columbus auf seiner vierten Atlantikreise vor Anker ging. Er war es, der dem Land seinen heutigen Namen gab: Costa Rica - Die reiche Küste. Nach einigen Erkundungstouren stellte er jedoch fest, dass das durch den Urwald überwucherte Land nutzlos für die Zwecke des damaligen Europa war.

Eben diese Natur stellt sich heute jedoch als der wahre „Reichtum“ Costa Ricas heraus. Der andere Schatz, den man dort zwischen Nicaragua im Norden und Panama im Süden zu finden vermag, ist ohne Zweifel die ansteckende Lebensfreude und der Optimismus der Ticos. ¡Pura Vida! heißt das Lebensmotto und tatsächlich wird man durch den Kontakt mit Kultur und Menschen rasch infiziert, was bleibt also sonst als dieses Gefühl weiterzugeben?
In diesem Sinne: ¡Pura Vida!    [...mehr]



Autor: Christophe

Ankunft auf dem Flughafen.

Für Mitteleuropäer wie uns, Urenkel imperialistischer Rohstoffdiebe, ist ein Urlaub auf Nauru eigentlich eine moralische Verpflichtung.

Der winzige Inselstaat liegt im westlichen Pazifik zwischen Mikronesien, Papua-Neuguinea, Tuvalu und den Salomonen. Am Strand entlang kann man die demokratische Republik an einem Tag zu Fuß bequem umrunden. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 27,5°, und die Nauruer laufen am liebsten in kurzen Hosen und bunten Hemden herum. Da sie kaum selbst etwas anbauen, setzt sich das Nahrungsangebot aus den verfügbaren Konserven und Fisch zusammen.

Das Festland von Nauru ist eigentlich der Gipfel eines vorzeitlichen, erloschenen Vulkans. Saurier, Riesenvögel und Möwen flogen darüber hinweg; meist, ohne das idyllische Atoll eines Blicks zu würdigen. Stattdessen entleerten sie ihren Darm. Und zwar über Jahrmillionen. Der Kot lagerte sich ab, schichtweise, und durchlief eine Vielzahl aufregender chemischer Reaktionen, bis er zum Schluss die Inseloberfläche als meterdicke Phosphatschicht bedeckte. Für eine kleine Ewigkeit wusste niemand davon.

Die östliche Straße.

1888 hatte Deutschland, der imperialistische Nachzügler des Jahrhunderts, Nauru kurzerhand annektiert. 1900 wurde das Phosphat offiziell entdeckt, der industrielle Abbau begann.

Die Nauruer sahen herzlich wenig vom Profit: Nach dem Ersten Weltkrieg ging die Insel an die Engländer, und zuletzt an Australien, somit war Nauru nurmehr die Kolonie einer Kolonie.

Als man 1968 die Unabhängigkeit von Australien erlangte, beschloss der Oberhäuptling Hammer DeRoburt, dass der florierende Phosphatabbau fortan verstaatlicht sei. Der kleine Staat Nauru baute sein Phosphat selbst ab, und Phosphat ist teuer: Bis in die Neunziger des vorigen Jahrhunderts hatte Nauru das zweithöchste Pro-Kopf-Einkommen der Welt. Der Abbau des Rohstoffs machte rund 80% des Bruttoinlandsproduktes aus.

Die Nauruer waren auf einmal reich, denn sie waren jetzt die Herren der Phosphatfelder. Endlich wollten sie vom Rohstoffreichtum ihrer Heimat profitieren.

Der Staat verzichtete auf Steuern oder Gebühren, das Gesundheitssystem war kostenlos. Obwohl die Insel nur bescheidene 29 Kliometer Asphaltstraße gestattete, besaß jeder Nauruer 2-3 Autos und ein Motorboot. Man feierte gerne und oft, man importierte fantastische Sachen. Gelegentlich flogen die Nauruer auch zum Einkaufen nach Australien. Nauru leistete sich eine Zweigstelle der “University of the South Pacific” und baute ein Büro-Hochhaus in Melbourne, den “Nauru-Tower”. Einmal finanzierte die Regierung ein Musical in London, das leider floppte.

Der Phosphatabbau war so einträglich, dass man nicht mal regelmäßig arbeiten musste - ein paar Stunden am Tag reichten. Nach wie vor wurden Nahrungsmittel importiert, zumeist Konserven. Die Einwohner von Nauru hatten bald einen durchschnittlichen BMI (Body-Mass-Index) von 40; mehr als 25 wird als übergewichtig eingestuft; etwa 35% der erwachsenen Bevölkerung leiden heute an Diabetes.

Nauru von oben.

Doch Mitte der Neunziger waren die Phosphatvorkommen erschöpft und innerhalb weniger Monate war Nauru drastisch verarmt. Die Phosphatminen waren verlassen, die Asphaltstraßen platzten auf, die Autos standen mit leeren Tanks am Strand herum. Die Fluglinie, “Air Nauru”, ging pleite - zwischen Dezember 2005 und September 2006 war der Inselstaat mehr oder weniger von der Außenwelt abgeschnitten. Inzwischen fliegt, mit taiwanischer Hilfe, “Our Airline“.

Der Staat machte keine Einnahmen mehr. In der Not quartierte man australische Flüchtlinge im Gefängnis von Nauru ein. Die Unterhaltszahlungen Australiens für die Gefangenen sind bislang die einzige Einnahme des Staates. Auch als Lager für australischen Atommüll war die Insel im Gespräch, aber der Gedanke wurde wieder verworfen.

Man versucht inzwischen, die Wirtschaft auf Tourismus und Fischfang umzustellen, vor allem letzteres nur mit mittelmäßigem Erfolg. Zwar hat man Island um Hilfe bei der Entwicklung einer Fischfangindustrie angefragt und viele Nauruer angeln schon seit Jahren. Bloß nicht den ganzen Tag.

Was den Tourismus betrifft, sieht es schon besser aus: Die kleine Insel ist ein richtiger Geheimtipp geworden, bietet sie doch malerische Strände und ein warmes, zu jeder Jahreszeit angenehmes Klima. Schwimmen gehen sollte man freilich nicht, denn gelegentlich greift die Portugiesische Galeere an, und die giftigen Arme dieser Qualle können bis zu 30 Meter lang sein.

Doch neben der maroden Wirtschaft und der ungenügenden Motivation sehen sich die 13.000 Einwohner Naurus neuerdings mit einem weit existenzielleren Problem konfrontiert: Sollte der Meeresspiegel weiter ansteigen, könnte der kleine Inselstaat demnächst in den Fluten versinken.

Spätestens jetzt sollten wir, schon des schlechten Gewissens wegen, einen Flug buchen -natürlich nur einen, der CO2-neutral ist!

Ein Boot.




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