» Reiseliteratur
Wer in fremde Länder reist, sollte ein paar kulturspezifische Regeln beachten um nicht in allzu viele kulturelle Fettnäpfchen zu treten. Hier ein paar Do’s and Don’ts für die zu bereisenden Länder:
Spanien
Auf keinen Fall Katalanen, Basken oder Galicier verwechseln – jede der Bevölkerungsgruppen hat ihren ganz eigenen Stolz und grenzt sich von den anderen Gruppen ab.
Die Siesta ist heilig, zwischen 14 und 16, 17 Uhr ist niemand im Laden zu erreichen – da hilft auch kein Beschweren. Einfach mit Siesta machen, das ist die beste Möglichkeit.
Gefrühstückt wird in Spanien nicht richtig, das Mittagessen zieht sich schon mal gerne bis zu 3 Stunden hin. Danach herrscht eine lange Pause, Abendessen ab 22 Uhr. Komischerweise schlägt sich das schwere Essen zu dieser Zeit keineswegs auf die Figur der Spanier nieder. Am besten einen Anstandsrest auf dem Teller übrig lassen, sonst wird wieder neu aufgetischt. [...mehr]
Wer in ein anderes Land reist und nicht nur ausschließlich vom englisch sprechenden Hotelpersonal umgeben ist, ist schnell in der Gefahr in das eine oder andere kulturelle Fettnäpfchen zu treten. Denn was die Deutschen als herzliche Offenheit empfinden ist für die Chinesen ein nicht mehr zu korrigierender Gesichtsverlust. Und was die Südamerikaner als lebendig und fröhlich wahrnehmen, kommt bei den Skandinaviern vielleicht eher als Ruhestörung oder mangelnde Ernsthaftigkeit rüber.
So ist es ratsam, sich über die kulturellen Gepflogenheiten des zu bereisenden Landes im Vorab ein wenig zu informieren, besonders wenn man für länger dort bleibt. Mittlerweile haben sich sogar regelrecht Unternehmen herausgebildet die nur interkulturelles Kompetenztraining anbieten – weil sie wissen, wie wichtig das auf Reisen und in Geschäftsbeziehungen ist.
Smalltalk
Was vor allem in Deutschland zum guten Ton gehört – kritisch die Wirtschaft oder Politik des eigenen Landes zu beurteilen und in langen Vorträgen über die Schwächen zu diskutieren ist in asiatischen Ländern und anderen nationalbewussten Ländern ein absolutes don’t: Es schickt sich nicht über Politiker oder Verantwortungsträger des eigenen Landes in irgendeiner Form negativ zu reden, selbst wenn die Lage noch so schlecht aussieht!
In ärmeren Gegenden ist es nicht so angebracht, in den ersten fünf Minuten gleich die berühmte Frage: „Und was machst du so?“ zu stellen. Oft haben die befragten keine richtige Ausbildung oder einen festen Job – ein wunder Punkt. Dagegen sind Fragen nach der Familie immer sehr beliebt.
Allgemein ist es in südlicheren Regionen absolut unhöflich pünktlich zu kommen, eine halbe Stunde Verspätung wird vorausgesetzt. Ein Essen auszuschlagen ist in Italien und anderen Ländern des Mittelmeers ein schwerer Fehler – Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme, es ist ein soziales Event, jegliche wichtige Kommunikation, besonders die geschäftliche, läuft beim Essen ab.
Freundschaften
Ehrlichkeit wird, außer von Deutschen und Niederländern, in kommunikativer Reinform selten geschätzt. Konflikte oder Probleme werden egal ob in Nord- oder Südamerika oder Asien, selten direkt angesprochen, sondern über eine dritte Person geregelt – alles andere wäre eine nicht wieder gut zumachende Beleidigung des Gegenübers. [...mehr]
Die Koffer sind fast gepackt. Eine Ecke, zwischen Sonnenbrille und Handtuch, ist noch frei. Vielleicht könnte man zur Abwechslung auch mal ein Buch mit reinpacken?
Auch wenn es dann wahrscheinlich doch unangerührt bleibt… Aber was liest sich denn gut auf Reisen? Meine Empfehlung: Nehmt doch mal ein Buch über das Reisen selber zur Hand. Dazu gebe ich euch einen kleinen Express-Einblick über mögliche Reise-Reise-Literatur, hoffentlich ist was für jeden Geschmack dabei!
Für die intensiven Reiseroutenplaner sind natürlich Reiseführer unabdinglich.
Je nach Geschmack kann man da auf den mehr kunsthistorischen Dorling Kindersley, den alternativen Lonely Planet oder doch den klassischen Baedecker zurückgreifen, um nur einige zu nennen.
Für die Fans des Adventure-Urlaubs gibt es eigentlich nur Reinhold Messner, z.B. „Der nackte Berg. Nanga Parbat – Bruder, Tod und Einsamkeit“. Mindestens genauso gut ist das „Survival-Lexikon“ von Rüdiger Nehberg als Alternative. Wer wollte nicht schon immer mal in einem Eissee baden…
Wer möglichst weit und lange weg auf Backpackingtour gehen möchte, der kann sich zwischen den Full-Moon-Partys mit Emily Barr und ihrem satirischen Roman „Backpack“ vergnügen. Auch William Sutcliffes ebenso unterhaltsamer Roman „Are you experienced“, der eine misslungene Backpackerreise nach Indien beschreibt, könnte nach einem Hangover wieder gute Laune machen.
Für alle Reiseidealisten empfiehlt sich der gute alte Bruce Chatwin: Reisen war für ihn das Leben, in seinen Büchern (z.B. „Traumpfade“) kommt er immer wieder darauf zurück, wie wichtig Veränderung und Beweglichkeit heutzutage sind: „ Des Menschen wahres Haus ist nicht das Haus, sondern der Weg, und das Leben selbst ist eine Reise, die zu Fuß zurückgelegt werden muß.“
Wer seine Reise philosophisch angehen möchte, kann sich entweder für „Die Kunst des Reisens“ von Alain DeBotton entscheiden oder auch für den populären und ständig die Bestsellerlisten besetzenden Roman von Harpe Kerkeling „Ich bin dann mal weg“. Im diesen Sinne verabschiede ich mich dann auch aus der heutigen Literaturzirkelrunde und freue mich schon, wenn es das nächste Mal heißt: „Ich packe meinen Koffer und nehme mit…“ [...mehr]


