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Schon allein des Tanzes wegen zieht es über 100.000 Europäer jährlich in die Stadt am Rio de la Plata. Doch nicht nur als Metropole für Tango ist Buenos Aires berühmt. Die argentinische Hauptstadt hat sich ihren ganz besonderen Charme erhalten. Schöne, alte Gebäude aus der Gründerzeit und die Bandoneonspieler auf den Straßen erzählen von alten Zeiten.
Doch sehr schnell ist man in der Gegenwart angekommen. Um in der Hektik der 18 – Millionen Fahrrad zu fahren, muss man das Risikio schon wirklich sehr lieben. Aber einen robusten Magen braucht es auch, wenn man sich für das Taxifahren entscheidet: Rasante Taxifahrten mit 50 km/h über der Geschwindigkeitsvorschrift durch Schlaglöcher, bei Nacht und Nebel – auch so was kann man in dieser unkoventionellen Stadt erleben…
Für kulturelle Events ist Buenos genau richtig: Es gilt als die kulturelle Hauptstadt der spanisch sprechenden Welt. Eine Attraktion ist zum Beispiel das Teatro Colón, eins der größten Opernhäuser der Welt. Außerdem ist in dieser Stadt die größte Konzentration von aktiven Theatern in Lateinamerika zu finden.
Die einheimische Küche besteht vor allem aus einem: Carne (Fleisch). Und das gibt es sehr preiswert in einer guten Qualität. Im Restaurant kostet ein großes Steak mit Beilage und Wein etwa ca. zehn Euro. Billiger kauft man natürlich in den zahlreichen carnicerías (Metzgereien), um die Fleischberge anschließend beim gemeinsamen asado (Grillen) mit Freunden zu verzehren. Die Argentinier trinken zu jeder Tageszeit ihren geliebten Mate-Tee, das Nationalgetränk der Südamerikaner: Er ist bitter aber dafür koffeinhaltig und ideal für lange Nächte.
Hier ein unkonventionelles Rezept für einen Mate-Cocktail:
Samba Mate
3-4 Filterbeutel Bad Heilbrunner GuaranaMate
0,25 l Bananennektar
0,25 l Maracuja-Nektar
Blue Curaçao
0,5 l starken GuaranaMate-Tee zubereiten und im Eisschrank gut durchkühlen lassen. Mit den eisgekühlten Säften auffüllen. In vier Longdrinkgläser gießen. In jedes Glas 2-3 TL Blue Curaçao einfüllen und sofort servieren. [...mehr]
In Buenos Aires hat sich in den letzten Jahren eine interessante Mutation des “Homo touristicus” entwickelt:
Der Tango-Tourist.
Dieser, meist ledige, 30- bis 40-jährige Mitteleuropäer beachtet die Sehenswürdigkeiten der 13-Millionen-Metropole gar nicht. Die Strände sieht er nur vom Flieger aus. Falls er schon mal von Borges gehört hat, dann nur, weil der argentinische Schriftsteller gelegentlich auch was über den Tango geschrieben hat.
Er quartiert sich in einem billigen Hotel ein; für die nächsten Wochen wird er die Zimmermädchen am Reinemachen hindern, weil er tagsüber schläft.
Die nächsten Wochen? Aber sicher – Tangotouristen verbringen gerne ihren Jahresurlaub in Buenos Aires.
Sie suchen die zahlreichen Milongas, die traditionellen Tanzveranstaltungen im Hafenviertel, wo der Tango vor rund 150 Jahren zwischen Armut und Niedertracht geboren wurde.
Am Nachmittag üben sie vielleicht noch eine Stunde mit einem professionellen Tanguero, dann stürzen sie sich in die erste Milonga, die gegen 18 Uhr anfängt. Die letzte endet um 6. Auf Milongas dreht sich alles um den Tango; hier wird starker, schwarzer Kaffee getrunken.
Zwölf Stunden lang tanzen, umherwirbeln, die Welt vergessen – Das “world wide web“ ist voller Seiten, in denen sich tangobegeisterte Buenos-Aires-Touristen austauschen.
Da ist die Grundschullehrerin, die einmal im Jahr in den großen Ferien für sechs Wochen in die argentinische Hauptstadt fliegt und nur noch tanzt, bis sie, völlig erschöpft, nach hause zurückkehrt und mit Erstklässlern wieder das Alphabet übt.
Oder der Bankkaufmann, der nicht nur seinen Jahresurlaub, sondern auch den größten Teil seines Ersparten in die Handvoll durchtanzter Nächte steckt, die ihm so wichtig sind.
Die Jurastudentin, die Freund, Hund und Arbeit jedes Jahr drei Wochen lang in Deutschland lässt, um ihren argentinischen Urlaub wie im Rausch durchzutanzen.
So entwickelt sich, ganz nebenher, eine kleine, passionierte Tourismusindustrie rund um Europäer, die ein wenig zuviel Rhythmus im Blut haben, als dass sie ihn in unseren Tanzschulen lassen könnten …





